Programm SoT

Tampering with the Teaching Machine. Tischgespräche mit dem bildungsLab*

Wie lassen sich erziehungswissenschaftliche und gesellschaftspolitische Theorien affirmativ sabotieren?

Inspiriert von Gayatri Spivaks 1993 erschienenem Band Outside in the Teaching Machine nimmt das bildungsLab* eine Perspektive der Ränder ein: Als ein Zusammenschluss von Pädagog*innen an den Rändern der Lehrmaschine setzt sich das bildungsLab* kritisch mit dem pädagogischen Mainstream auseinander und versucht in hegemoniale Diskurse zu intervenieren. In drei Tischgesprächen diskutieren die Wissenschaftlerinnen* of Color und/oder mit Migrationsgeschichte aus den Bereichen Bildung und (Kunst-)Vermittlung mit den Teilnehmenden über Rassismus an Schulen, Re-Feudalisierung der Bildung und (Un-)Gerechtigkeit in inklusiven Bildungsinstitutionen.

I Subalterne Epistemologien, Samia Aden & Carolina Tamayo Rojas

Zunehmende Globalisierungsprozesse und aktuelle Migrations- und Fluchtbewegungen rufen Fragen der An- bzw. Aberkennungspraktiken zugeschriebener "anderer", minderwertiger "mitgebrachter" Bildung auf. Sie sind insofern von zentraler Bedeutung, als dass sie in pädagogischen, wissenschaftlichen und politischen Debatten u.a. den Zugang zu Bildungsinstitutionen verhandeln. Während des Tischgesprächs möchten wir alternative und informelle Bilungsorte und -prozesse in nicht-westlichen und traditionellen Kontexten in den Blick nehmen. Im Rahmen des Inputs werden hierfür beispielhaft die indigene Gemeinschaft im Südwesten Kolumbiens und die nomadisierende Bevölkerung in Somalia vorgestellt. Gemeinsam sollen Überlegungen zu De-Hierarchisierung und De-Subalternisierung von Bildung in globalen und lokalen Kontexten angestellt sowie die Möglichkeiten der Anerkennung informeller Bildung und Kompetenzen diskutiert werden.

II Empowerment(räume), Caroline Assad & Meryem Choukri

In diesem Tischgespräch werden wir über die Notwendigkeit von Empowerment-Räumen in Bildungsinstitutionen sprechen. Dabei wollen wir einen besonderen Blick auf afrodeutsche und migrationskritische Pädagogik legen und den Empowerment-Begriff kritisch beleuchten.

Fokussiert wird bspw.: die Notwendigkeit getrennter Räume; Pädagogik (afrodeutsche Pädagogik); Empowerment als machtkritisches und machtstützendes Instrument und deren Vereinnahmung durch internationale Organisationen; die Frage von Intersektionalität in Empowerment-Räumen.

III Hegemoniekritische Kulturelle Bildung, Leila Haghighat

Wie lässt sich Kulturelle Bildung aus einer hegemoniekritischen Perspektive lesen? In welchem Zusammenhang stehen Bildung - insbesondere Kulturelle Bildung - mit Macht und Beherrschung? Und wie lässt sich der Begriff der Hegemonie für die Kulturelle Bildung produktiv machen um der Re-Produktion von Ungleichverhältnissen entgegenzuwirken? Nach einer kurzen Einführung in den Hegemoniebegriff werden diese Fragen mit den Teilnehmer*innen diskutiert.

IV Imperiale Bildung? Bildungsfragen postkolonial und rassismuskritisch betrachtet,

Mai-Anh Boger & María do Mar Castro Varela

Was bedeutet es über Bildung in postkolonialen Zeiten zu sprechen? Ist es möglich Bildung durch postkoloniale Perspektiven neu zu denken?

Wir werden kurz einige postkoloniale (Bildungs-)Konzepte einführen (etwa Subalternität; die Idee des zwangsfreien Neuordnen von Begehrens oder die Produktion imperialer Subjekte), um dann anhand konkreter Beispiele über Bildung in postkolonialen Zeiten ein Gespräch, eine Diskussion, eine Debatte zu initiieren.